Einfluß von Training auf die Inhaltsqualität von Aussagen
Dr. phil. R. Volbert
Untersucht wurde die Menge der Qualitätsmerkmale in Aussagen von 16 Trainierten (Psychologiestudenten, die ein einsemstriges Seminar über Glaubhaftigkeitsbegutachtung absolviert hatten) und 16 Untrainierten (Studenten ohne entsprechende Vorkenntnisse) über je ein wahres und ein erfundenes autobiographisch relevantes Ereignis.
Während bei der Kontrollgruppe die Qualitätsmerkmale zwar keineswegs durchweg signifikant zwischen wahren und falschen Aussagen differenzierten, lagen hier doch alle Mittelwertunterschiede in der erwarteten Richtung. Dagegen fand sich in der Trainiertengruppe ein umgekehrter Trend: Mittelwerte waren in den erfundenen mindestens mit wahren Aussagen vergleichbar, wenn sich signifikante Unterschiede fanden, waren diese erwartungskonträr, lagen also in erfundenen Aussagen signifikant höher als in wahren.
Die Ergebnisse legen nahe, zukünftig systematisch zu prüfen ob die mehrfach belegten qualitativen Unterschiede zwischen wahren und falschen Aussagen weniger auf kognitiven Überforderungen bei der Produktion von komplexen Falschaussagen basieren, sondern stärker auf von dem aussagepsychologischen Ansatz abweichende implizite Theorien zur Glaubwürdigkeitsbeurteilung zurückzuführen sind, bzw. ob die Annahme der kognitiven Überforderung nur bis zu einem bestimmten Niveau intellektueller Kapazitäten auf seiten der Aussagenden gilt.
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